Ein Kind weint. Touristen posieren sich vor der Brücke. Im Hintergrund rollt der Verkehr. Das Wasser der Reuss spiegelt. Nichts erinnert mehr an die Flammen von damals, bis auf eine kleine Tafel, auf welcher steht: „Hier begann am 18. August 1993 die Kapellbrücke zu brennen“. Der Brand. Der Brand, der eine Stadt fast zum emotionalen Fall gebracht hatte. An den beiden Brückenköpfen ist das Holz dunkel. Der Zwischenteil ist heller. Blumen hängen auf beiden Seiten der Brücke, sie verdecken die unterschiedliche Färbung des Holzes, nicht ganz, aber fast. Das Dach der Brücke ist aus Schindeln, über weite Strecken mit Moos behangen, grünlich schimmernd. Mitten in der Brücke ragt der Wasserturm aus dem Wasser. Verkohlte Balken im inneren der Brücke. Touristengruppen drängen sich über de Brücke, bleiben stehen. Hören ihrem Führer zu. Die Camcorder schwenken über die Brücke, zu den Bildern, zum Panorama und zurück. Die Fotoapparate blitzen. Manche Passanten betrachten die wenigen Bilder, die noch im Giebel der Brücke hängen. Die Bilder zeigen Szenen aus längst vergangenen Zeiten. Luzern mit Stadtmauer und Festung. Ausserhalb der Festung stehen Truppen – fremde, eigene, je nach Szene. Die Bilder feinsäuberlich nummeriert. Die Nummer 47 ist total verkohlt. Nur die Ziffer unten in der Mitte ist noch schwach zu sehen. Der Boden bebt bei jedem Schritt. Anhand der Vibration kann man meist die Grösse der Touristengruppe bestimmen. Ein leichtes Vibrieren ist immer zu spüren. In der Luft mischen sich der Geschmack von Seewasser, der Holzduft und die Abgase des Verkehrs.
Viele Passanten kreuzen die Brücke gedankenlos, routinemässig, im Alltag versunken. Es ist eine Brücke. Sie führt über den Fluss. Jahrhunderte steht die Brücke bereits in diesem Fluss. Millionen von Wassertropfen haben die Pfähle der Brücke bereits passiert. Generationen hat sie überlebt. Früher massgebend für die Verbindung der Stadtteile, heute Objekt eines jedes Touristen. Ohne Foto oder Video von der Kapellbrücke musst du gar nicht erst in die Heimat zurückkehren. Heimat. Ein Stück Heimat ist sie. Tausende von Herzen sind damals zerbrochen. Verbrannt, verkohlt, weg. Die Kapellbrücke? Das kann doch gar nicht sein. Erst der Anblick der verkohlten Brücke oder wohl eher von dem was übrig geblieben ist, konnte die meisten Luzernerinnen und Luzerner überzeugen. Man musste es mit eigenen Augen sehen. Spüren. Weinen. Fassen. Heute posieren wieder glücklich die Touristen – Japaner, Inder, Chinesen, Amerikaner. Sie alle stellen sich auf die Brücke, setzen ein künstliches Lächeln auf und lassen sich knipsen. Knipsen für die Ewigkeit. Eingebrannt in Fotopapier. Dann weiter zur nächsten Sehenswürdigkeit. Der Verkehr drängt sich immer noch über die Seebrücke. Tock. Tock. Schritte bewegen sich über den Holzboden der Brücke. Zwischendurch sind es elegante Schritte, manchmal passen die Schritte zum Holz – grob und rau. Schnelle Schritte, kurze Schritte, gemütliche Schritte, feste Schritte. Die Sprachen mischen sich. Wieder geht eine Touristengruppe vorbei. Der Duft von Parfüm liegt in der Luft. Noch einer. Und noch ein anderer. Es ist eine Gruppe älterer Menschen – Frauen und Männer. Sie sprechen englisch. Vermutlich Amerikaner. Amerikanische Rentner. Der Duft des Parfüms verflüchtigt sich wieder. Genau wie die Erinnerung, die Erinnerung an die alte Seele der Brücke.
Viele Passanten kreuzen die Brücke gedankenlos, routinemässig, im Alltag versunken. Es ist eine Brücke. Sie führt über den Fluss. Jahrhunderte steht die Brücke bereits in diesem Fluss. Millionen von Wassertropfen haben die Pfähle der Brücke bereits passiert. Generationen hat sie überlebt. Früher massgebend für die Verbindung der Stadtteile, heute Objekt eines jedes Touristen. Ohne Foto oder Video von der Kapellbrücke musst du gar nicht erst in die Heimat zurückkehren. Heimat. Ein Stück Heimat ist sie. Tausende von Herzen sind damals zerbrochen. Verbrannt, verkohlt, weg. Die Kapellbrücke? Das kann doch gar nicht sein. Erst der Anblick der verkohlten Brücke oder wohl eher von dem was übrig geblieben ist, konnte die meisten Luzernerinnen und Luzerner überzeugen. Man musste es mit eigenen Augen sehen. Spüren. Weinen. Fassen. Heute posieren wieder glücklich die Touristen – Japaner, Inder, Chinesen, Amerikaner. Sie alle stellen sich auf die Brücke, setzen ein künstliches Lächeln auf und lassen sich knipsen. Knipsen für die Ewigkeit. Eingebrannt in Fotopapier. Dann weiter zur nächsten Sehenswürdigkeit. Der Verkehr drängt sich immer noch über die Seebrücke. Tock. Tock. Schritte bewegen sich über den Holzboden der Brücke. Zwischendurch sind es elegante Schritte, manchmal passen die Schritte zum Holz – grob und rau. Schnelle Schritte, kurze Schritte, gemütliche Schritte, feste Schritte. Die Sprachen mischen sich. Wieder geht eine Touristengruppe vorbei. Der Duft von Parfüm liegt in der Luft. Noch einer. Und noch ein anderer. Es ist eine Gruppe älterer Menschen – Frauen und Männer. Sie sprechen englisch. Vermutlich Amerikaner. Amerikanische Rentner. Der Duft des Parfüms verflüchtigt sich wieder. Genau wie die Erinnerung, die Erinnerung an die alte Seele der Brücke.
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